Unsere Geschichte

Die Dachwiger „Niedermühle“ blickt auf eine stolze Geschichte zurück. Sie taucht in den vergangenen Jahrhunderten wiederholt unter den Namen „Untermühle“ und „Neue Mühle“ auf.

DDie heutige „Niedermühle“ in Dachwig wurde schon 1466 als Besitz des Großen Hospitals Erfurt ausgewiesen. Auch unter den Namen „Untermühle“ und „Neue Mühle“ taucht sie in den folgenden Jahrhunderten wiederholt auf.

Im Jahre 1640 während des 30-jährigen Krieges wurde der erste namentlich bekannte Müller der Niedermühle, Nicolaus Blumenroth, samt seiner Familie durch den Einmarsch der Schweden von Haus und Hof vertrieben und seine im Krankenbett zurückgelassene Tochter musste einen qualvollen Tod erleiden.

In der Chronik „Erfurt und das Erfurtische Gebiet“ von M. Jacob Dominikus werden für das Jahr 1680 „2 Mühlen außerhalb des Orts, mit Namen Ober- und Niedermühle“ genannt. Um sich nicht gegenseitig zu behindern, wurde bereits 1720 ein Merkpfahl, der die maximale Stauhöhe der Niedermühle vorgab, ziemlich genau in der Mitte zwischen beiden Mühlen geschlagen.

Die erste offizielle und amtliche Erfassung der Mühle führt uns in das Jahr 1733, sie erfolgte im Auftrag des Mainzer Stadthalters durch das Amt Gispersleben. Zu diesem Zeitpunkt war die Mühle im Besitz des Meisters Lorenz Hey. Dieser hatte kein Land in Besitz und Pacht und beschäftigte niemanden, hielt jedoch ein Pferd. Die Wassermühle hatte ein Wasserrad mit Wechselgeschirr, um wechselweise mit dem Schrot- oder dem Mahlgang arbeiten zu können.

WWassermüller waren sehr vom Wasser abhängig und daher beschwerten sich die Dachwiger Mühlenbesitzer Backhaus (Obermühle) sowie Herrmann Volland (Niedermühle) – (Anm.: es gab bis Anfang des 20. Jahrhunderts zwei Mühlen in Dachwig) – beim Landratsamt Gotha 1900/1901 darüber, dass der Rittmeister Freiherr von Seebach 1889 den Wasserlauf verlegt habe und dadurch die Mühlenbesitzer geschädigt würden. Die Hälfte der Antriebskraft ihrer Mühlen sei verloren gegangen und sie als kleine Betriebe stünden vor dem Ruin. Die Hoffnung auf eine Abstellung dieses Übels war jedoch vergebens.

Die Wasserknappheit des Jordans und die zudem trockenen Jahre brachten die Niedermühle bis 1919 in arge Bedrängnis, denn die Wasserkraft reichte nicht, um den vollen Betrieb zu sichern. So ersetzte der damalige Müller Franz Volland bei Bedarf die Wasserkraft durch einen Rohölmotor. Der Konkurrenzdruck führte zur Anschaffung weiterer Maschinen (Brennholzsäge, Dreschmaschine etc.) um den gleichen Service zu bieten wie die Müller umliegender Dörfer.

Im Jahre 1936, nach dem Tod seines Vaters Franz, übernahm Wilhelm Volland die nun mit einem Dieselmotor ausgerüstete Mühle. Wilhelm, der Uropa der heutigen Eigentümer, machte 1939 seine Meisterprüfung vor der Erfurter Handwerkskammer und brachte die Mühle in den folgenden Jahren mit Hilfe von Elektromotoren zur höchsten Blüte. Die Kraft des Wassers wurde nicht mehr gebraucht und das Plätschern des Wasserrades verstummte mit seiner Stilllegung 1940 „für immer“.

MMit dem Aufkommen der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) verlor auch die „Niedermühle“ allmählich ihre Bedeutung, denn diese sorgten später selbst für das Schroten des Getreides. Nach dem Tod Wilhelm Vollands im Jahre 1977 wurde die Mühle gewerblich stillgelegt und auch der Zulauf des Jordans war bereits 1974 verschüttet worden.

Vor dem Mühlengebäude der Niedermühle, in dem damals noch Erhard Bethke und Frau Irmgard, geb. Volland lebten, entstand 1991 die kleine Rast- und Gaststätte „Zum Mühlengrill“, dekorativ zur alten Niedermühle. Besitzer und Inhaber sind Erhard Bosse und seine Frau Marion, Tochter vom Müllerehepaar Bethke-Volland.

Nach dem Tod des Müllerehepaares hat sich die Familie Bosse entschieden, den Vierseithof samt Mühle zu einem technischen Denkmal mit Ferienwohnungen, einem gemütlichen Restaurant, einem idyllischen Biergarten und Feierräumlichkeiten für familiäre und offizielle Anlässe wieder aufzubauen. Nach vier Jahren Schweiß und harter Arbeit fieberte die Eigentümergemeinschaft um Oliver Bosse mit seinen Nichten Jacqueline und Judith der erfolgreichen Eröffnung im Februar 2014 entgegen.

Eine Erfolg versprechende Zukunft erwartet die alte junge Dachwiger „Niedermühle“.